Feb 25 2011
Externer Blitz: Wann ist direktes oder indirektes Blitzen besser?
Jeder Hobbyfotograf dürfte bestätigen können, dass die Fotografie eine Kunst für sich ist. Allein beim Blitzen bietet sich schon eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, deren Sinnhaftigkeit stark mit dem jeweiligen Objekt, dem Setting und der Perspektive zusammenhängt.
Zwei der wichtigsten Blitzarten sind der direkte und der indirekte Blitz. Das direkte Blitzen ist das Standardverfahren und damit die unkomplizierteste Art des Blitzens. Mit dem direkten Blitz ist jede Kamera ausgestattet. Dieser beleuchtet bei Betätigung einfach das anvisierte Motiv und ermöglicht so eine entsprechende flächige Aufhellung. Der direkte Blitz bringt jedoch diverse Nachteile mit sich. Da beim direkten Blitzen die Lichtintensität mit der Entfernung abnimmt, werden weiter entferntere Flächen wesentlich schwächer ausgeleuchtet als nähere, was ein häufiges Überstrahlen näherer Objekte zur Folge hat. Darüber hinaus kommt es beim direkten Blitzen zu Schlagschatten und oft auch zu lästigen Reflexionen. Gerade für Portraitfotos ist der direkte Blitz also ungeeignet, da er nicht nur auf spiegelnden Oberflächen wie beispielsweise Brillen, sondern auch auf der Haut Reflexionen verursacht, die später nachbearbeitet werden müssen.
Wesentlich bessere Ergebnisse erzielt man grundsätzlich mit dem indirekten Blitzen. Dieses wird durch einen drehbaren Aufsteckblitz ermöglicht. Das indirekte Blitzen erfolgt durch das Drehen des Blitzes auf reflektierende Flächen wie helle Wände, Decken oder andere großflächige Reflektoren. Die daraus resultierende Reflektion des Lichtes sorgt dafür, dass das jeweilige Motiv relativ gleichmäßig ausgeleuchtet wird, wodurch es zu keinen Reflexionen und wesentlich weniger Schattenbildung kommt. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Blitz über eine gewisse Leistungsfähigkeit verfügen sollte, da durch den verlängerten Weg des Lichtes und die damit verbundene größere Streuung beim indirekten Blitzen teilweise ein nicht unerheblicher Teil des Lichtes verloren geht. Wer farbige Flächen als Reflektor nutzt, muss zudem den so entstehenden Farbstich mit einplanen.
Ähnliche Beiträge:
Ein Kommentar
Besser ist, kein Blitz zu verwenden.
Wir haben auf der Intergastra Messe in Stuttgart fotografiert – vom Dessert auf dem Teller, Fashion-Show, Fotomodelle beim Verkosten, Personen bei der Weinprobe, Küchenmaschinen aus Edelstahl bis zu kompletten Messestände mit Personen.
Die Kollegen Pressefotografen hatten keinen Blitz dabei, das Geheimnis ihrer unbeschwerten Arbeitsweise ist: Mit ISO 6400 Einstellung fotografieren.
Die Bilder mit natürlichem Umgebungslicht – auch wenn es Kunstlicht in der Halle war – haben uns im direkten Vergleich zu Blitzaufnahmen besser gefallen, weil viel mehr Stimmung zum Ausdruck kam. Direktes Blitzen ist wegen des harten Lichtes bei Personenaufnahmen nicht gerade schmeichelhaft. Deshalb haben wir auf Blitzen ganz verzichtet, mit ISO 2000 und wenn möglich mit Stativ fotografiert.
Damit die Zeichnung in dunklen Bereichen nicht verloren geht, wurden in der Bildbearbeitung mit Korrekturen – Tiefen/Lichter die dunklen Bereiche aufgehellt. In Zukunft werden wir bei Fotoaufnahmen vor Ort auf Blitz verzichten und wo möglich mit faltbaren Aufhellern arbeiten.